Atua: E toru atua?

Besagt die Dreieinigkeitslehre, dass es drei Götter gibt?

Einige nehmen fälschlicherweise an, dass die Trinitätslehre [die Lehre von der Dreieinigkeit] lehrt, dass drei Götter existieren, wenn sie den Begriff „Personen“ verwendet. Sie sagen Folgendes: Wenn Gott, der Vater, wirklich eine „Person“ ist, dann ist er in sich selbst ein Gott (weil er die Eigenschaften der Göttlichkeit besitzt). Er würde als „ein“ Gott zählen. Dasselbe könnte vom Sohn und dem Heiligen Geist gesagt werden. Daher würde es drei separate Götter geben.

Dies ist eine häufige Fehlauffassung über das trinitarische Denken. In der Tat, die Lehre von der Dreieinigkeit würde ganz bestimmt nicht behaupten, dass entweder Vater, Sohn oder Heiliger Geist jeder in sich selbst das völlige Wesen Gottes ausfüllen. Wir dürfen Tritheismus nicht mit der Dreieinigkeit verwechseln. Was die Dreieinigkeit über Gott sagt ist, dass Gott in Bezug auf sein Wesen eins ist, aber drei in Bezug auf die internen Unterscheidungen dieser Wesensart. Der christliche Gelehrte Emery Bancroft hat es in seinem Buch Christian Theology („Christliche Theologie“), S. 87-88, wie folgt beschrieben:

Ko te matua ist als solcher nicht Gott; denn Gott ist nicht nur Vater, sondern auch Sohn und Heiliger Geist. Der Begriff Vater kennzeichnet diese persönliche Unterscheidung in der göttlichen Natur, gemäss der Gott mit dem Sohn, und durch den Sohn und den Heiligen Geist mit der Kirche in Beziehung steht.

Ko te tama ist als solcher nicht Gott; denn Gott ist nicht nur Sohn, sondern auch Vater und Heiliger Geist. Der Sohn kennzeichnet diese Unterscheidung in der göttlichen Natur, gemäss der Gott mit dem Vater in Beziehung steht und vom Vater gesandt ist, um die Welt zu erlösen, und er sendet mit dem Vater den Heiligen Geist.

Ko te Wairua Tapu ist als solcher nicht Gott; denn Gott ist nicht nur Heiliger Geist, sondern auch Vater und Sohn. Der Heilige Geist kennzeichnet diese Unterscheidung in der göttlichen Natur, gemäss der Gott mit dem Vater und dem Sohn in Beziehung steht, und von ihnen gesandt wird, um das Werk der Erneuerung der Gottlosen zu erfüllen und um die Kirche zu heiligen.“

Wenn wir versuchen, die Lehre von der Dreieinigkeit zu verstehen, müssen wir ziemlich vorsichtig sein, wie wir das Wort „Gott“ benutzen und verstehen. Z.B., was immer das Neue Testament über die Einheit Gottes sagt, es macht auch einen Unterschied zwischen Jesus Christus und Gott, dem Vater. An diesem Punkt ist die obige Formel von Bancroft hilfreich. Um präzise zu sein, wir sollten von „Gott, dem Vater“, „Gott, dem Sohn“ und „Gott, dem Heiligen Geist“ sprechen, wenn wir uns auf jede Hypostase oder „Person“ der Gottheit beziehen.

Es ist sicherlich legitim, über die „Begrenzungen“ zu sprechen, Analogien zu benutzen oder auf andere Weise zu versuchen, die Natur Gottes zu erklären. Dieses Problem wird von christlichen Gelehrten gut verstanden. In seinem Artikel The Point of Trinitarian Theology („Der Punkt trinitarischer Theologie“, 1988, Toronto Journal of Theology), spricht Roger Haight, ein Professor an der Toronto School of Theology über diese Begrenzung. Er gibt einige der Probleme in der Theologie der Dreieinigkeit offen zu, aber er erklärt auch, wie die Trinität eine machtvolle Erklärung der Natur Gottes ist – soweit wir begrenzten menschlichen Wesen diese Natur verstehen können.

Auch Millard Erickson, ein hoch respektierter Theologe und Professor der Theologie, gibt diese Begrenzung zu. In seinem Buch God in Three Persons („Gott in drei Personen“) verweist er auf Seite 258 auf das Eingeständnis der „Ignoranz“ eines anderen Gelehrten und auf sein eigenes:

„[Stephen] Davis hat die vorherrschenden zeitgenössischen Erklärungen [der Dreieinigkeit] untersucht und indem er feststellte, dass sie nicht erreichen, was sie zu erreichen beanspruchen, war er ehrlich in der Anerkenntnis, dass er das Gefühl hat, sich mit einem Geheimnis zu beschäftigen. Damit ist er wahrscheinlich ehrlicher gewesen wie viele von uns, die, wenn sie hart bedrängt sind, zugeben zu müssen, dass wir wirklich nicht wissen, auf welche Weise Gott eins ist, und auf welche unterschiedliche Weise er drei ist. „

Verstehen wir wirklich, wie Gott eins und gleichzeitig drei sein kann? Natürlich nicht. Wir haben keine erfahrbare Kenntnis von Gott, wie er ist. Nicht nur unsere Erfahrung ist limitiert, sondern auch unsere Sprache. Die Verwendung des Wortes „Personen“ statt Hypostasen von Gott ist ein Kompromiss. Wir brauchen ein Wort, das die persönliche Natur unseres Gottes betont und auf irgendeine Weise das Konzept der Unterschiedlichkeit enthält. Leider enthält das Wort „Person“ auch die Vorstellung des Getrenntseins, wenn es auf menschliche Personen angewandt wird. Anhänger der Dreieinigkeitslehre verstehen, dass Gott nicht aus der Art von Personen besteht, wie es bei einer Gruppe von Menschen der Fall ist. Aber was ist eine Person der „göttlichen Art?“ Wir haben keine Antwort. Wir verwenden das Wort „Person“ für jede Hypostase Gottes, weil es ein persönliches Wort ist, und vor allem, weil Gott in seinem Handeln an uns ein persönliches Wesen ist.

Wenn jemand die Theologie der Dreieinigkeit ablehnt, hat er oder sie keine Erklärung, welche die Einheit Gottes bewahrt – was ein absolutes biblisches Erfordernis ist. Das ist der Grund, warum Christen diese Doktrin formulierten. Sie akzeptierten die Wahrheit, dass Gott eins [einer] ist. Aber sie wollten auch erklären, dass Jesus Christus in der Heiligen Schrift auch mit Begriffen von Göttlichkeit beschrieben wird. So wie dies auch auf den Heiligen Geist zutrifft. Die Lehre von der Dreieinigkeit wurde genau in der Absicht entwickelt, um, so gut es menschliche Worte und Gedanken erlauben, zu erklären, wie Gott eins und gleichzeitig drei sein kann.

Andere Erklärungen über die Natur Gottes wurden im Laufe der Jahrhunderte hervorgebracht. Ein Beispiel ist der Arianismus. Diese Theorie behauptet, dass der Sohn ein geschaffenes Wesen war, sodass die Einheit Gottes bewahrt werden könnte. Leider war die Schlussfolgerung des Arius fundamental mit Fehlern behaftet, weil der Sohn kein geschaffenes Wesen und immer noch Gott sein kann. Alle Theorien, die aufgestellt wurden, um die Natur Gottes im Hinblick auf die Offenbarung des Sohnes und des Heiligen Geistes zu erklären, haben sich nicht nur als mangelhaft, sondern als tödlich fehlerhaft erwiesen. Das ist der Grund, warum die Lehre von der Dreieinigkeit als Erklärung von Gottes Natur, welche die Wahrheit des biblischen Zeugnisses bewahrt, Jahrhunderte überdauert hat.

na Paul Kroll


pdfGott: Drei Götter?