He aha te herekore?

070 he aha te ti'amâKürzlich besuchten wir unsere Tochter und ihre Familie. Da las ich in einem Artikel den Satz: «Freiheit ist eben nicht Abwesenheit von Zwängen, sondern die Fähigkeit, aus Liebe zum Nächsten verzichten zu können» (Factum 4/09/49). Freiheit ist mehr als Abwesenheit von Zwängen!

Kua rongo matou i etahi korero mo te herekore, kua ata tirohia e matou tenei kaupapa. He aha te mea motuhake mo tenei korero mo au, heoi, ko te haere noa o te hononga ki te whakarere. I a maatau e whakaaro ana ki te herekore i te nuinga, kaore he take mo te whakarere. Engari, ko te kore o te herekore e rite ana ki te aukati. Kei te aukatihia te herekore ki te waa e whakahaua ana taatau maatau tikanga.

Te ahua o tenei i roto i nga ra katoa:
«Du musst jetzt aufstehen, es ist schon fast sieben Uhr!»
«Jetzt muss das unbedingt erledigt werden!»
«Schon wieder den gleichen Fehler gemacht, noch nichts gelernt?»
«Du kannst jetzt nicht weglaufen, du hasst dich verpflichtet!»

Kite ana matou i tenei ahuatanga o te whakaaro mai i te korerorero i a Ihu ki nga Hurai. Ka mea a Ihu ki nga Hurai i whakapono ki a ia.

«Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr in Wahrheit meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.» Da entgegneten sie ihm: «Wir sind Abrahams Nachkommenschaft und haben noch niemals jemandem als Knechte gedient; wie kannst du da sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: «Wahrlich, wahrlich ich sage euch: ein jeder, der Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Der Knecht aber bleibt nicht für immer im Hause, der Sohn dagegen bleibt für immer darin. Wenn also der Sohn euch frei gemacht hat, dann werdet ihr wirklich frei sein" (Johannes 8,31–36).

I to Iesu haamataraa i te parau no te tiamâraa, ua huti noa to ’na feia e faaroo i te arenio o te mau tavini aore ra te tîtî. Ko te pononga tetahi ritenga o te ti'amara, na reira ki te korero. Me tohe me te kore e nui, he iti noa iho ia. Tera râ ua aratai Iesu i to ’na feia e faaroo ra ia hape i to ratou huru tiamâraa. I whakapono nga Hurai he waatea ratou, engari i te wa o Ihu he whenua kua nohoia e nga Romana me te waa i te nuinga o te wa i raro i nga mana o nga iwi ke, ka tae noa ki te pononga.

No reira ta Iesu i auraa e tiamâraa e mea taa ê roa ïa i ta te feia e faaroo ra i taa. He rite ano te hara ki te hara. Ko te tangata e hara ana, he pononga ki te hara. Ko te hunga e hiahia ana ki te noho i roto i te haere noa, me mawhiti mai i te taumaha o te hara. I tenei huarahi, ka kite a Ihu i te tikanga herekore. Ko te ti'amâraa tetahi mea no ahu mai ia Ihu, he aha te mea ka taea, ana e whakaputa ana, ko tana whakatutuki. Ko te mutunga e kii ana a Ihu ano i te haere noa, he tino koreutu ia. Kaore e taea e koe te whakawhiwhi ki te kore e herekore koe i a koe. Na, ki te pai ake taatau ki te ahua o Ihu, ka marama ano hoki ki a tatou te haere noa. Ko te wahanga e pa ana ki te whakaatu he aha te ahua o Ihu.

"Solche Gesinnung wohne in euch allen, wie sie auch in Christus Jesus vorhanden war; denn obgleich er Gottes Gestalt (göttliche Wesensgestalt oder Wesensart) besass, sah er doch das Gleichsein mit Gott nicht als einen gewaltsam festzuhaltenden Raub (unveräusserlicher, kostbarer Besitz) an; nein er entäusserte sich selbst (seiner Herrlichkeit), indem er Knechtsgestalt annahm, ganz in menschliches Wesen einging und in seiner leiblichen Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde" (Pilipper 2,5–7).

Ein herausragendes Merkmal von Jesu Wesensart war sein Verzicht auf seinen göttlichen Stand. Er hat sich von seiner Herrlichkeit «entäussert», freiwillig auf diese Macht und Ehre verzichtet. Er hat diesen kostbaren Besitz abgelegt und gerade das hat ihn dazu qualifiziert, der Erlöser zu sein, einer der löst, der befreit, der Freiheit möglich macht, der anderen zur Freiheit verhelfen kann. Dieser Verzicht auf ein Vorrecht ist ein ganz wesentliches Merkmal der Freiheit. Ich musste mich mit dieser Tatsache tiefer auseinandersetzen. Zwei Beispiele von Paulus haben mir dabei geholfen.

"Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, dass aber nur einer den Siegespreis erhält? Lauft ihr nun in der Weise, dass ihr ihn erlangt! Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligen will, legt sich Enthaltsamkeit in allen Beziehungen auf, jene, um einen vergänglichen Kranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen" (1. Korinther 9,24–25).

Ein Läufer hat sich ein Ziel gesetzt, und dieses will er erreichen. Auch wir sind in diesem Lauf eingebunden und da ist ein Verzicht notwendig. (Die Übersetzung Hoffnung für alle spricht in dieser Stelle von Verzicht) Es geht nicht nur um wenig Verzicht, sondern um «Enthaltsamkeit in allen Beziehungen». So wie Jesus auf sehr viel verzichtet hat, um Freiheit weiter geben zu können, so sind auch wir aufgerufen auf vieles zu verzichten, damit auch wir Freiheit weitergeben können. Wir sind auf einen neuen Lebensweg gerufen worden, der zu einem unvergänglichen Kranz führt, der ewig bleibt; zu einer Herrlichkeit, die nie enden oder vergehen wird. Das zweite Beispiel ist mit dem ersten eng verbunden. Es wird im gleichen Kapitel beschrieben.

"Bin ich nicht ein freier Mann? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht unsern Herrn Jesus gesehen? Seid ihr nicht mein Werk im Herrn? Haben wir Apostel etwa nicht das Recht Essen und Trinken zu beanspruchen?" (1. Korinther 9, 1 und 4).

Hier bezeichnet sich Paulus als freien Mann! Er bezeichnet sich als einen, der Jesus gesehen hat, als einen, der im Auftrag dieses Befreiers handelt und der auch klar ersichtliche Resultate vorzuweisen hat. Und in den folgenden Versen beschreibt er ein Recht, ein Vorrecht, das er, wie alle anderen Apostel und Prediger haben, nämlich dass er durch das Predigen des Evangelium seinen Lebensunterhalt bestreitet, dass ihm dadurch ein Einkommen zusteht. (Vers 14) Paulus aber hat auf dieses Vorrecht verzichtet. Durch diesen Verzicht hat er sich einen Freiraum geschaffen, deshalb fühlte er sich frei und konnte sich einen freien Menschen nennen. Er war durch diesen Entscheid unabhängiger geworden. Er hat diese Regelung mit allen Gemeinden durchgezogen mit Ausnahme der Gemeinde in Philippi. Dieser Gemeinde hat er erlaubt, dass sie für sein leibliches Wohl sorgen dürfte. In diesem Abschnitt finden wir aber nun eine Stelle, die etwas sonderbar anmutet.

"Denn wenn ich die Heilsbotschaft verkündige, so habe ich daran keinen Grund zum Rühmen, denn ich stehe dabei unter einem Zwang; ein Wehe träfe mich ja, wenn ich die Heilsbotschaft nicht verkündigte!" (Rarangi 14).

Ko Paul, hei taangata kore, e korero ana mo te whiu, i tetahi mea ka tika ia! Nahea tenei i taea? I kite ia i te kaupapa o te tikanga herekore? Te mana'o nei au e, ua hinaaro oia e haafatata atu ia tatou i te ti'amâraa na roto i to'na hi'oraa. Haere tonu tatou ki te panui i roto i te:

"Denn nur, wenn ich dies aus freiem Entschluss tue, habe ich (Anspruch auf) Lohn; wenn ich es aber unfreiwillig tue, so ist es nur ein Haushalteramt, mit dem ich betraut bin. Worin besteht demnach mein Lohn? Darin, dass ich als Verkündiger der Heilsbotschaft diese unentgeltlich darbiete, so dass ich von meinem Recht bei der Verkündigung der Heilsbotschaft keinen Gebrauch mache. Denn obwohl ich von allen Menschen unabhängig (frei) bin, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um die Mehrzahl von ihnen zu gewinnen. Alles das aber tue ich um der Heilbotschaft willen, damit auch ich Anteil an ihr erlange" (1. Korinther 9,17–19 u. 23).

I whiwhi a ia i tetahi tohu mai i te Atua, me te mohio pai ki a ia e tika ana kia mahia e te Atua; ko ia i mahi i te reira, kaore i taea e ia te ngoikore atu i tenei. I kite ia i a ia ano i roto i tenei mahi he tuari hei kaiwhakahaere ranei kaore he kereme utu. I tenei ahuatanga, heoi, kua whakawhiwhia a Paul ki tetahi waahi koreutu, ahakoa tenei aukati i kite ia i tetahi waahi nui mo te herekore. Ka whakakorea e ia te utu mo tana mahi. Kua waiho e ia hei pononga ma te katoa. Ua faaau roa oia i te mau huru tupuraa; me te iwi i kauwhau ai ia i te rongopai. Na te whakakore i nga utu, i tae atu ia ki te maha atu o nga tangata. Ko te hunga i rongo ki tana panui i tino maarama kua mutu te panui i a ia ano, he whakanui, he tinihanga ranei. Mai i waho, ka penei pea te ahua o Paora i tetahi taha e kaha whakahekehia ana e te hiahia. Engari kaore a Paora i herea i roto, ka noho motuhake ia, kaore ano hoki ia. Nahea te reira i tupu ai? Kia hoki mai ano he wa mo te waahanga tuatahi ka panui tahi tatou.

"Jesus antwortete ihnen: «Wahrlich, wahrlich ich sage euch: ein jeder, der Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Der Knecht aber bleibt nicht für immer im Hause, der Sohn dagegen bleibt für immer darin" (Ioane 8,34:35 -).

Was meinte Jesus hier mit «Haus»? Was bedeutet für ihn ein Haus? Ein Haus vermittelt Geborgenheit. Denken wir doch an die Aussage Jesu, dass in seines Vaters Haus viele Wohnungen bereitet werden für die Kinder Gottes. (Johannes 14) Paulus wusste, dass er ein Kind Gottes war, er war nicht mehr Knecht der Sünde. In dieser Stellung war er geborgen (versiegelt?) Sein Verzicht auf Entschädigung für seine Aufgabe brachte ihn viel näher zu Gott und die Geborgenheit, die nur Gott vermitteln kann. Paulus hat sich für diese Freiheit stark eingesetzt. Das Verzichten auf ein Vorrecht war für Paulus wichtig, denn so gewann er göttliche Freiheit, die sich in der Geborgenheit bei Gott zeigte. In seinem irdischen Leben hat Paulus diese Geborgenheit erfahren und dafür Gott immer wieder gedankt und in seinen Briefen mit den Worten «in Christus» tohu tonu. I tino mohio ia ko te tikanga herekore o te Atua i taea anake na te whakakahoretanga o Ihu i tana ahuatanga atua.

Ko te whakarere i te aroha ki tetahi o nga hoa te pa nui o te tikanga herekore o te tikanga o Ihu.

Me maarama hoki tenei maarama ki a tatou i nga ra katoa. Kua tuku mai a Ihu, nga apotoro me nga Karaitiana tuatahi ki a tatou he tauira. I kite ratou ka haere to raatau whakarere i nga waahi whanui. He maha nga iwi i pa ki te whakarere i te aroha ki etahi atu. I whakarongo ratou ki te panui, i whakaae i te mana Atua, no te mea i titiro ratou ki te wa kei te heke mai, pera me ta Paora i kii:

"...dass auch sie selbst, die Schöpfung, von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden wird zur (Teilnahme an der) Freiheit, welche die Kinder Gottes im Stande der Verherrlichung besitzen werden. Wir wissen ja, dass die gesamte Schöpfung bis jetzt noch überall seufzt und mit Schmerzen einer Neugeburt harrt. Aber nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir doch den Geist als Erstlingsgabe bereits besitzen, seufzen gleichfalls in unserem Innern beim Warten auf (das Offenbarwerden) der Sohnschaft, nämlich auf die Erlösung unseres Lebens" (Roma 8,21-23).

Na te Atua i tuku i tenei mana ki ana tamariki. He waahanga tino motuhake tenei e whiwhi ana i nga tamariki a te Atua. Ko te whakakahore i tango nga tamariki a te Atua mo te aroha nui ake i te utu ki a ia ma te haumaru, ma te marino, te hihiko e ahu mai ana i te Atua. Ki te kore te tangata e mau i tenei haumarutanga, na reira e rapu ana ia mo te motuhake, ko te whakakorekore he aukati hei piringa. Kei te pirangi ia ki te whakatau ia ia me te kii i te kaupapa herekore. E hia nga kino kua whanau mai i tena. Te raru, te hiahia me te ngoikore i puta mai i te pohehe o te ti'amaraa.

"Traget wie neugeborene Kinder Verlangen nach der vernünftigen, unverfälschten Milch (wir könnten diese Milch Freiheit nennen) damit ihr durch sie zur Seligkeit heranwachset, wenn ihr anders empfunden habt, dass der Herr gütig ist. Zu ihm tretet herzu, dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, vor Gott aber auserwählt, kostbar ist, und lasset euch auch selbst wie lebendige Steine aufbauen als ein geistliches Haus (wo diese Geborgenheit zum tragen kommt), zu einer heiligen Priesterschaft, um geistliche Opfer darzubringen (das wäre der Verzicht), die Gott angenehm sind durch Jesus Christus!" (1 Pita 2,2: 6).

Mena ka tarai tatou mo te haere noa o te atua, ka tupu tatou i runga i tenei aroha noa me te mohiotanga.

Zum Schluss möchte ich noch zwei Sätze aus dem Artikel zitieren, aus dem ich die Anregung zu dieser Predigt gefunden habe: «Freiheit ist eben nicht Abwesenheit von Zwängen, sondern die Fähigkeit, aus Liebe zum Nächsten verzichten zu können. Wer Freiheit als Abwesenheit von Zwang definiert, verwehrt dem Menschen das Ruhen in der Geborgenheit und programmiert Enttäuschung.

na Hannes Zaugg


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